Warum denn Papiere?

Unsere erste Hündin Nora kauften wir von einem Münsterländer Bauerhof als altdeutsche Schäferhündin. Wir ließen uns damals Mutter und Vater zeigen (wir waren ja schließlich nicht dumm), zwei wunderschöne Tiere. Im Gegensatz zu einem Hund mit "richtigen" Papieren hatten wir natürlich ein richtiges Schnäppchen gemacht.

Bereits nach kurzer Zeit wurde sichtbar, das nicht nur Schäferhund in unserer Nora war. Das Fell war nicht rassetypisch und ein Besuch bei einem Schäferhundverein machte dann ziemlich schnell klar, das sie ein wunderschöner Mischling war. Mit einen dreiviertel Jahr ließen wir aufgrund ihrer wackelnden Gangart die Hüften röntgen - mit einem sehr niederschmetterndem Ergebnis: beide Hüftpfannen so schlecht ausgebildet, das uns angeraten wurden sie nur noch an der Leine laufen zu lassen. Prima, Geld für einen reinrassigen (gesunden) Schäferhund gegeben und einen kranken Mischling bekommen.

Im Nachhinein können wir sagen, das die uns gezeigten Elterntiere nicht die Eltern waren (die "Mutter" ohne Gesäuge), sondern nur die Vorzeige-Verkaufshunde. Wir bekamen auch nicht zu sehen, wo die Welpen gehalten wurden oder die "Eltern". An einen Stammbaum/Papiere dachten wir gar nicht, wir wollten ja nicht ausstellen oder züchten; sicherlich hätten wir einen schönen selbstgemachten Stammbaum bekommen, der das Papier nicht wert gewesen wäre auf dem er gedruckt worden ist. Wir könnten heute wetten, das weder die Vorzeige-Eltern noch die richtigen Eltern auch nur ansatzweise jemals auf irgendwelche zuchtrelevanten Gesundheitsdinge untersucht wurden.


Natürlich sind für den einen oder anderen die Papiere unwichtig, aber sie belegen einzig und allein die Herkunft des Hundes.

Im schlimmsten Fall erhalten Sie bei einem "Züchter ohne Papiere" einen Welpen, dessen Mutter mit 3 Jahren schon vier Würfe hatte und deren Bruder auch der Vater der Welpen ist. Gesundheitlich sind die Eltern "immer gesund" - leider sieht man weder Hüftgelenkdysplasie noch Degenerative Myleopathie.

Leider ist diesen Produzenten auch relativ egal, ob der Welpe (oder Hund) wirklich zu ihnen passt, Hauptsache schnell verkauft. Bei Problemen oder einer möglichen Rückgabe hat die Praxis gezeigt das spätestens hier der Käufer nicht mehr willkommen ist.

In Deutschland stellt der größte Verband, der VDH, die Ahnentafeln (Papiere) für den Tschechoslowakischen Wolfshund aus. Der VDH überwacht nicht nur die optimalen Haltungsbedigungen, sondern auch das die Elterntiere dem Rassestandard entsprechen und die nötigen Gesundheitsuntersuchungen vorweisen können. Die Mutterhündin darf dabei nur in bestimmten Abständen gedeckt werden um dem Hund die Möglichkeit zur Regenaration zu geben. Die meisten Züchter der Rasse gehen über die gestellten Anforderungen hinaus und machen freiwillig weitere Untersuchungen zum Wohle der Rasse.